Das Blog zum Buch!

"Das gibt es nur in Baden!" ist das Forum für die (künftigen) Leser des Buches von Matthias Kehle und Patricia Keßler, erschienen im Silberburg-Verlag (Tübingen). Mit "Outtakes", Neuigkeiten, Ergänzungen und Allerlei rund um Baden-Württembergs schönere Hälfte. Selbstverständlich nicht nur für Badener!


Dienstag, 5. Januar 2016

9. Outtake - Das Breisacher Münster

Das Wahrzeichen von Breisach: das Stephansmünster

Man sieht es von weitem schon, das auf dem bereits in der Jungsteinzeit besiedelten Münsterberg gelegene Stephansmünster von Breisach. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und ein bedeutendes architektonisches Zeugnis der Romanik und Gotik. Über die Bauzeit ist nicht viel bekannt, man vermutet jedoch, dass sie zwischen 1185 und 1230 lag. Besonders sehenswert sind im Innern des Münsters der kunstvolle Lettner, der Hochaltar von Hans Loi, der zwischen 1523 und 1526 entstand, sowie das kunstvoll geschnitzte Gesprenge. Dazu kommen die Wandmalereien »Das Jüngste Gericht« von Martin Schongauer, die er von 1488 bis zu seinem Tod 1491 anbrachte. Ein ganz besonderer Schatz, der im Breisacher Münster aufbewahrt wird, ist der Reliquienschrein von Peter Berlin, einem Straßburger Goldschmied. Das Kunstwerk stammt aus dem Jahre 1496.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Buchpräsentation am 19. Januar 2016

Wo könnten wir "Das gibt es nur in Baden" besser vorstellen als im Karlsruher Ständehaus?
Jedenfalls präsentieren Patricia Kessler und Matthias Kehle "Das gibt es nur in Baden" am 19. Januar um 20 Uhr. Mit den besten Texten, den witzigsten Outtakes und dem "Badischen Cunnilingus".
Herzliche Einladung!

Link zur Stadtbibliothek Karlsruhe

Dienstag, 22. Dezember 2015

Leserzuschrift - "Die badische Lösung" von Benedikt Freiherr von Droste zu Hülshoff

Wir haben wieder eine Leserzuschrift erhalten, die wir gerne veröffentlichen. Diesmal von Benedikt Freiherr von Droste zu Hülshoff (links im Bild), der uns auf die "Badische Lösung" aufmerksam machte.
Dankeschön! Hier sein Beitrag:

Die hohe Kunst der süddeutschen Diplomatie

Gemeint ist die sogenannte „Badischen Lösung“, welche dort praxisnah angewandt wird. Folgende Definition umschreibt das Wesen der badischen Lösung sehr treffend:

Die Badische Lösung ist eine süddeutsche Form der Diplomatie, bei welcher man auf wundersamen Wegen vom Dissens zum Konsens findet.“ (Zitat: Hortense von Gelmini). Ihren Ursprung kann man weit bis vor die badisch-württembergische Lösung im Jahre 1952 zurückverfolgen. Sie war sehr wahrscheinlich schon Bestandteil der Markgrafschaft und des Großherzogtums Baden, dessen zahlreiche, kleinstaatliche Fürsten und Landesherren immer wieder geschickte Lösungen für ein friedliches Zusammenleben mit ihren Nachbarn finden mussten und auch fanden. Sie dient seit dem und bis heute der grenzüberschreitenden Diplomatie im Dreiländereck zwischen Frankreich, der Schweiz und Deutschland, findet jedoch auch im Alltäglichen, Kleinen und Unscheinbaren statt. Es handelt sich also bei der Badischen Lösung um ein bis heute relevantes, ur-badisches Phänomen, welches tief in der Wesensart der Badener verwurzelt ist und in allen Lebensbereichen seine Anwendung findet, denn die Badische Lösung ist vor allem Ausdruck von badischer Geschäftstüchtigkeit, gepaart mit Klugheit und pragmatischer Lösungsorientiertheit. Sie ist demnach eine salomonische Lösung, welche alle Seiten unkompliziert und zeitnah zufriedenstellt und damit für Frieden sorgt. Sie ist DAS Mittel um win-win Situationen zu erschaffen, also Situationen, von denen alle profitieren, nicht nur in Baden.

Wenn ein Schelm nun dennoch der Badischen Lösung ein gewisses „Gschmäckle“ attestieren möchte, dann liegt er nur dann richtig, wenn er damit die gleichnamigen Liqueure der Haus und Hofbrennerei des Baron Droste Hülshoff in Horben bei Freiburg meint. Deren Geschmack ist allerdings international prämiert und gilt als hervorragend. Es liegt daher nahe diesen Artikel mit einem Augenzwinkern und einem selbstgedichteten Trinkspruch des Autors über die Badische Lösung zu beenden, in diesem Sinne:

Bevor mein Geist benebelt wird und schwindet, trink ich auf das was eint und uns verbindet.“

P.S. Annette von Droste-Hülshoff war die Ur-Ur-Ur-Großtante des Autors!

Dienstag, 15. Dezember 2015

8. Outtake - Württembergische Exklave: die Festungsruine Hohentwiel

Sie ist die jüngste Burg Badens und mit neun Hektar die größte Burgruine Deutschlands. Bis zum 1. Juni 1969 war der Hohentwiel eine württembergische Exklave mit wechselvoller Geschichte. Der Berg ist ein Phonolith-Schlotpropfen, das Relikt eines Vulkans, nach allen Seiten hin steil abfallend. Kein Wunder, dass die Menschen im Mittelalter auf die Idee kamen, dort eine Anlage zu errichten, um sich vor Feinden zu schützen. Die Besiedelungsgeschichte der klimatisch begünstigten Hegau-Gegend geht jedoch weiter zurück. Beim Bau des Hohentwiel-Tunnels stieß man auf Überreste aus der Jungsteinzeit, erste Siedlungsspuren reichen zurück in die Zeit bis 7500 vor Christus. Die Burg selbst ist erstmals in einer Sankt Galler Chronik aus dem Jahr 915 nachgewiesen, wo sie als castellum tuiel Erwähnung fand. Die frühe Geschichte ist eng mit der Gründung des Herzogtums Schwaben verbunden. Die Burg war im elften Jahrhundert im Besitz der Zähringer. Nachdem diese ausgestorben waren, wechselte die Festung in den Besitz der Herren von Klingen. Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte ging es hin und her. Im 16. Jahrhundert war sie im Besitz von Ulrich von Württemberg, während der Bauernkriege lagerten bis zu 500 Söldner auf der Burg, während Ulrich gedachte, mit tausenden Soldaten sein Land zurückzuerobern. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hohentwiel fünfmal erfolglos belagert. Nach dem Westfälischen Frieden, von 1653 bis 1735, wurde die Festung weiter ausgebaut, bis sie ihre maximale Größe erhielt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schwand die militärische Bedeutung, der untere Teil der Festung wurde abgerissen, der obere Teil (auf dem Berg) diente Württemberg als Staatsgefängnis. Als Folge der französischen Revolutionskriege wurde die obere Festung 1800/01 geschleift. Drei Jahre später musste man sie notdürftig instand setzen, da Friedrich II. zu Besuch kam. 1810 fiel das Umland an Baden, der Hohentwiel blieb bei Württemberg und eine Ruine. In den beiden Weltkriegen war auf dem Berg jeweils eine Fliegerwache stationiert. Als 1945 die Franzosen anrückten, beschossen sie die Festung und richteten weitere Schäden an.
Heute besuchen bis zu 120 000 Menschen die Festungsruine Hohentwiel als Touristen. Das Land Baden-Württemberg hat ein Informationszentrum, eine Ausstellung und eine Multimedia-Show eingerichtet. Der badische Dichter Joseph Victor von Scheffel lässt Teile seines Ekkehard-Romans am Hohentwiel spielen. An einer Schlacht gegen die Hunnen nimmt Ekkehard teil. Der Roman war damals so populär, dass an der Burgruine Schilder mit »falschen« Informationen angebracht wurden – Scheffel hat sich so manches ausgedacht, das mit der geschichtlichen Realität nichts zu tun hatte.

Dienstag, 8. Dezember 2015

7. Outtake: Gelbfüßler und Badenser - Was die Wissenschaft dazu sagt

Gelbfüßler und "Badenser"

Der Begriff Gelbfüßler wurde erst um 1900 auf die Badener übertragen, vorher schmückte man die Schwaben damit. Es heißt auch Badener und nicht Badenser. Nicht, weil die Badener wegen der falschen Bezeichnung beleidigt sind, sondern, weil sie die Schwaben bedauern, da sie alles können außer Hochdeutsch: Man spricht ja auch nicht von Meck-Pommsern, von Heilbronnsern oder Frankfurtsern. Gelbfüßler für Badener, so mutmaßt man, könnte zurückzuführen sein auf den badischen Wappengreif, der früher gelbe Klauen hatte. Angeblich trug das badische Regiment im 18. Jahrhundert gelbe Gamaschen. Gelbfüßler steht allerdings ursprünglich – man glaubt es kaum – für die Schwaben! In einem Werk von Johann Fischart aus dem Jahr 1575 ist bereits nachzulesen, dass die Schwaben »gelb Füß« hätten. Dies lag nicht am Trollinger, der bei fortgesetztem Konsum Leberschäden und damit eine Gelbfärbung der Haut verursacht, nein, die Schwaben liefen ob ihrer Armut barfuß, weshalb ihre Füße einen braun-gelben Farbton annahmen. Auch in Sebastian Sailers Mitte des 18. Jahrhunderts erschienen Schwank Die sieben Schwaben findet sich diese Bezeichnung für einen Schwaben. Das Schwäbische Wörterbuch von 1831 vermerkt, dass die schwäbischen Weinbauern und die Hofbediensteten Gelbfüßler seien, »erstere aufgrund ihrer gelben hirschledernen Hosen, zweitere wegen der gelben Livree« (wikipedia). Und schließlich schreiben die Brüder Grimm im Deutschen Wörterbuch, Gelbfüßler, sei »vor zeiten ein Spottname der Schwaben bei ihren Nachbarn«.
Mit einem jedoch müssen die Badener leben: Dass nämlich Johann Wolfgang von Goethe sie in seinem 16. Buch von Dichtung und Wahrheit als "Badenser" bezeichnet. Und selbst der Duden hält die Schreibweise für zulässig. Etymologen verweisen auf die lateinische Herkunft der "Badenser". Lateinisch "badensis" bedeutet nämlich "badisch, Baden zugehörig". Historische Beispiele sind das botanische Werk von Christian Gmelin, Flora badensis-alsaticam (zur elsässisch-badischen Pflanzenwelt) und die Historia Zaringo-Badensis (die Zähringisch-Badische Geschichte) von J.D. Schöpflin, beide aus der Mitte des 19.Jahrhunderts.


Mittwoch, 2. Dezember 2015

Neues aus der badischen Exklave

Büsingen ist eine badische Exklave in der Schweiz, unweit von Schaffhauen. Wir haben in unserem Buch davon berichtet. Der Fußballverein der Gemeinde spielt in der Schweizer Liga. Nun aber könnte die nur wenige Spieler starke Fußballmannschaft Fußballgeschichte schreiben, denn die Vereinsoberen haben Aufnahme beim DFB beantragt. Geben die Deutschen bzw. die FIFA ihr Okay wären die Büsinger die einzige Fußballmannschaft der Welt, die in den Ligen zweier Länder vertreten ist.
Die komplette Meldung ist im "Spiegel-online" nachzulesen:
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Dienstag, 1. Dezember 2015

6. Outtake: Der erste Philosoph seit der Antike, der auch Olympionike war – Hans Lenk

Der Karlsruher Philosophieprofessor Hans Lenk (geboren 1935 in Berlin) hat im Sportlichen wie im wissenschaftlichen Bereich alles erreicht, was irgend möglich ist. 1960 war er Olympia-Sieger im Ruder Achter ("Das Wunder von Rom"), vier deutsche Meister- und zwei Europameistertitel als aktiver Ruderer sowie einen Weltmeistertitel als Trainer konnte er verbuchen. Nach seiner Sport-Karriere wurde er 1969 Professor für Philosophie an der Karlsruher Universität. Danach sammelte Lenk Auszeichnungen und schrieb und schrieb und schrieb. Elf akademische Titel, darunter acht Ehrendoktorhüte sowie fünf Ehrenprofessuren bekam Lenk verliehen, über 140 Bücher (darunter 30 zum Thema Sport) und ca. 3000 Aufsätze hat er publiziert. Mehrere Jahre lang war er Präsident der deutschen Gesellschaft für Philosophie, ab 2005 drei Jahre lang als erster Deutscher, Präsident der Weltakademie für Philosophie, des höchsten wissenschaftlichen Amtes seines Faches. Lenk ist auch Mitglied zahlreicher Akademien, etwa der Russischen Akademie der Wissenschaften und der amerikanischen Akademie der Theorie der Leibesübungen. 2012 wurde er in die "Hall of Fame" des deutschen Sports aufgenommen. Das nennt man ein erfülltes Leben.